{"id":3056,"date":"2018-01-30T18:07:36","date_gmt":"2018-01-30T17:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pro-humanitaet.de\/?p=3056"},"modified":"2020-08-03T10:12:12","modified_gmt":"2020-08-03T09:12:12","slug":"2018-tagebuch-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-humanitaet.de\/fr\/2018-tagebuch-2\/","title":{"rendered":"2018 &#8211; Tagebuch 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tagebuch Benin Januar 2018\/2<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Projekt in Gohomey<br \/>\n<a href=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3052 alignright\" src=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen-300x169.jpg 300w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen-768x432.jpg 768w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen-1030x579.jpg 1030w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen-705x397.jpg 705w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen-450x253.jpg 450w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Elke-mit-M\u00e4dchen.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/strong>Heute begannen Thomas und ich den Arbeitstag mit der Visite im Krankenhaus, um nach unseren unterern\u00e4hrten Kindern zu schauen. Alle beide haben zun\u00e4chst \u00fcberlebt. Wir sind erleichtert.<\/p>\n<p>Das fr\u00fchmorgentliche Fr\u00fchst\u00fcck auf dem Einbaum bei der Mono Flussfahrt entf\u00e4llt wegen Wassermangel im Mono jetzt in der Trockenzeit.<\/p>\n<p>Alle beginnen mit ihren Arbeiten. Peter und ich sprechen mit Mme. Helene und M. Dieudonne sowie unserem Gyn\u00e4kologen \u00fcber sein Verbleiben im Projekt und \u00fcber die Zukunft des Projektes. Eine sehr fruchtbare Diskussion mit ganz neuen Visionen. &#8230;. Und der Gyn\u00e4kologe bleibt zun\u00e4chst einmal.<\/p>\n<p><strong>Im Gef\u00e4ngnis von Lokossa<br \/>\n<\/strong>Nach einer kurzen Siesta geht es gegen 15.00 Uhr nach Lokossa. Wir gr\u00fc\u00dfen noch Bischof Victor und fragen an, ob wir noch kurz bei ihm vorbeikommen sollen. Aber er ist nicht da, erwidert die Gr\u00fc\u00dfe und segnet uns.<\/p>\n<p>So laufen wir dann beim Gef\u00e4ngnis auf und treffen auf eine strahlende Gef\u00e4ngnisdirektorin, die uns empf\u00e4ngt. Wieder, wie immer, ist das Gef\u00e4ngnis hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt. Das Stimmengewirr hinter den Mauern deutet auf hunderte Menschen.<\/p>\n<p>Wir \u00fcberreichen der Gef\u00e4ngnisdirektorin mit Gr\u00fc\u00dfen des Niederrhein-Bischofs Rolf Lohmann die von ihm noch gesegnete Skulptur der Consolatrix afflictorum. Sie freut sich sichtbar sehr und ist bewegt. Sp\u00e4ter, am Ende des Besuches, als sie mir eine Botschaft mitgibt f\u00fcr den Bischof, verstehe ich, warum. Ein kurzes Gespr\u00e4ch \u00fcber die neue Gef\u00e4ngnismauer, die drei Hektar eingrenzen wird.<\/p>\n<p>Und noch eine Nachricht. Im Gef\u00e4ngnis von Lokossa sterben in ganz Benin die wenigsten Gefangenen. Vier im letzten Jahr. Die Gef\u00e4ngnisdirektorin f\u00fchrt das eben auch auf die Medikamente zur\u00fcck, die sie durch APH dort immer zur Verf\u00fcgung haben.<\/p>\n<p>Dann kommt der Gef\u00e4ngnispfarrer und wir gehen &#8211; wie in einer kleinen Prozession &#8211; einer nach dem anderen &#8211; in das Innere des Gef\u00e4ngnisses . Vorne die Direktorin und ihre Begleiter, dann der Priester, dann wir. Das Szenario ist unglaublich und f\u00fcr uns nicht von der Welt, die wir kennen und einordnen k\u00f6nnen. Durch ein wahres Heerlager von ca. 200 Menschen ziehen wir durch eine enge Menschengasse so weit ins Innere des Gef\u00e4ngnisses, das ich mich wundere, dass der Gottesdienst hier stattfindet. Die Menschen gr\u00fc\u00dfen uns mehrheitlich sehr freundlich, wir gr\u00fc\u00dfen zur\u00fcck und nehmen inmitten des Menschengewusels unsere Pl\u00e4tze direkt am Altar ein. Die Frauen singen und die Trommeln spielen. Eine unglaublich andere Wirklichkeit! Man nimmt eine besondere, aber nicht bedrohliche Anspannung wahr. Rechts neben uns steht in einem Glaskasten eine gro\u00dfe Gottesmutterstatue. Die Gottesmutter der &#8222;Rosa mystica&#8220;. Eine Kerze wird vor ihr entz\u00fcndet.<\/p>\n<p>Als ich wenig sp\u00e4ter noch mal dorthin schaue, sehe ich einen bewaffneten Soldaten auf einem Stuhl neben der Gottesmutter und hinter uns stehen. Er muss der offenbar den \u00dcberblick behalten. Dieses Erlebnis einer Eucharistiefeier werde ich nie in meinem Leben mehr vergessen. Wir beten, singen, klatschen mit den Menschen dort und h\u00f6ren eine kurze, aber beeindruckende, die Menschen in ihrer speziellen Situation sehr Wert sch\u00e4tzende Predigt. Die Gef\u00e4ngnisdirektorin spricht kurz und erkl\u00e4rt, wer wir sind.<\/p>\n<p>Wir erkl\u00e4ren, woher wir kommen, \u00fcberbringen die Gr\u00fc\u00dfe aus Kevelaer und das Bedauern des Weihbischofs. Dann erz\u00e4hle ich mit der kleinen Statue der Gottesmutter in der Hand etwas \u00fcber die Consolatrix afflictorum und es ber\u00fchrt die Gefangenen offenbar so sehr, dass fast schon st\u00fcrmischer Applaus losgeht.<\/p>\n<p>Da hat wohl der Heilige Geist gewirkt, die richtigen Worte in dieser Umgebung und in franz\u00f6sischer Sprache zu finden. Ganz bemerkenswert war noch, dass w\u00e4hrend unseres Gottesdienstendes und danach ein muslimischer Gefangener in einer Ecke des Hofes ungest\u00f6rt sein Gebet auf seinem Teppich verrichtete. Die Toleranz der Religionen ist in Benin genial, auch wenn sehr viel Anderes ganz kompliziert ist und sogar eine Bezeichnung gefunden hat: <strong>Beninoiserie<\/strong>.<\/p>\n<p>Wir fahren anschlie\u00dfend noch im Behinderten-Zentrum in Lokossa vorbei. Morgen kommen ca. 15 Kinder von dort zur Wallfahrt zu uns an die Gnadenkapelle.<\/p>\n<p>LG von uns F\u00fcnfen, Elke<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagebuch Benin Januar 2018\/2 Im Projekt in Gohomey Heute begannen Thomas und ich den Arbeitstag mit der Visite im Krankenhaus, um nach unseren unterern\u00e4hrten Kindern zu schauen. Alle beide haben zun\u00e4chst \u00fcberlebt. Wir sind erleichtert. Das fr\u00fchmorgentliche Fr\u00fchst\u00fcck auf dem Einbaum bei der Mono Flussfahrt entf\u00e4llt wegen Wassermangel im Mono jetzt in der Trockenzeit. 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