{"id":3070,"date":"2018-01-30T18:19:34","date_gmt":"2018-01-30T17:19:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pro-humanitaet.de\/?p=3070"},"modified":"2020-08-03T10:08:40","modified_gmt":"2020-08-03T09:08:40","slug":"2018-tagebuch-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-humanitaet.de\/fr\/2018-tagebuch-5\/","title":{"rendered":"2018 &#8211; Tagebuch 5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Abschied von Gohomey, auf nach Niamey<\/strong><\/p>\n<p>6.00 Uhr morgens, Dienstag, 23.01.2018. Die Morgenfrische hier im Niger ist einfach wundersch\u00f6n um diese Jahreszeit. Und als wir die kleine Privatkapelle von Laurent betreten mit einem pr\u00e4gnanten Altar-Bild in rot-braunen Farbt\u00f6nen und einem ganz besonderen, in seiner Einfachheit bestechenden Kreuzweg, nimmt der Tag mit dieser kurzen, aber eindrucksvollen Eucharistiefeier einen ganz besonderen Lauf. Mich pers\u00f6nlich bewegt diese intensive, gerade auch spirituelle\u00a0 Gemeinschaft von uns F\u00fcnfen zusammen mit Laurent nachhaltig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3054 alignleft\" src=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele-169x300.jpg 169w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele-579x1030.jpg 579w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele-397x705.jpg 397w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele-450x800.jpg 450w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kamele.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck gebt es ziemlich unmittelbar los. Trinkwasser ist in der K\u00fchlbox an Bord. Kekse etc. ebenso. Zwei Pickups stehen an der Ausfahrt des Erzbisch\u00f6flichen Terrains bereit &#8211; jeweils mit 6 Soldaten besetzt &#8211; Maschinengewehr im Anschlag. Begr\u00fc\u00dfung nicht gew\u00fcnscht. Immer noch ist die Stimmung bedr\u00fcckt auf Seiten unserer nigrischen Freunde ob dieser Aktion. Wir f\u00fcnf k\u00f6nnen das so abbuchen, dass es sicher eine gut gemeinte Aktion der Botschaft war zu unserer Sicherheit. Wobei ich pers\u00f6nlich finde, dass Humanit\u00e4re so nicht im Land unterwegs sein\u00a0 sollten und man Schutz\u00a0 sicher auch diskreter gestalten k\u00f6nnte. Ausserdem: dieser Aufwand wird nur f\u00fcr uns Weisse betrieben.<\/p>\n<p>Allerdings sagt Laurent auch, dass an Weihnachten der Schutz der Christen bei den Messen in der Kathedrale sehr professionell und gut war.<\/p>\n<p>Beeindruckend auch, wie Laurent den interreligi\u00f6sen Dialog wirklich verinnerlicht hat. Nahezu \u00fcberall, wo wir beten, betet er auch ein muslimisches Gebet, wenn Muslime da sind und keiner sonst das \u00fcbernimmt. Auch der Reisesegen in unserem Auto wird zun\u00e4chst in Form eines christlichen Gebets und dann f\u00fcr einen mit uns reisenden muslimischen Mitarbeiter von Caritas Niger in einer ihm bekannten Gebetsform gespendet. Laurent sagt, dass jeder Priester im Niger auch drei wichtige, kurze Gebete der Muslime kennen muss.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Makalondi verl\u00e4uft im Konvoi mit den Milit\u00e4rs sehr z\u00fcgig. Die Stra\u00dfensituation l\u00e4sst 120 km\/Std. zu. Immer weniger Gr\u00fcnes sehen wir. Immer mehr tauchen wir tiefer in eine wirkliche Sahellandschaft ein. Kamele am Strassenrand, vollbeladene Eselskarren &#8230;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Dank-der-Frauen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2968 alignright\" src=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Dank-der-Frauen-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Dank-der-Frauen-300x201.jpg 300w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Dank-der-Frauen-450x301.jpg 450w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Dank-der-Frauen.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Zuerst sehen wir Frauen aus der Frauengruppe Buamtandi. Wir lernen Schwester Perpetua kennen, die 54 Frauengruppen mit insgesamt ca. 2000 Frauen in landwirtschaftlichen Projekten und Viehzucht managt. Eine geniale, lachende Frau, der es unendliche Freude macht, wenn wieder eine d\u00f6rfliche Gemeinschaft \u00fcber die Frauen integriert werden will bei Buamtandi. Die Frauen tanzen und singen, danken und sind sehr froh.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend fahren wir weiter zum Gem\u00fcsegartenprojekt. Wir fahren zwei, drei Kilometer. Sand, alles ist trocken, staubig. Etwas Buschwerk nur. Auf einmal eine Fl\u00e4che von ca. einem Hektar. Alles tiefgr\u00fcn. Frauen gie\u00dfen ihre kleinen Beete, s\u00e4ubern sie. Ein kleiner Oberfl\u00e4chenbrunnen liefert das Wasser. Man steht dort mitten in all der D\u00fcrre wie in einer gr\u00fcnen Oase. Es bewegt mich so, das mir die Tr\u00e4nen aufsteigen, ohne dass ich es verhindern kann. Was diese Frauen &#8211; Musliminnen und Christinnen &#8211; miteinander bewegen und wie viel Vorbereitungen und Energien es kostet, so weit zu kommen!<\/p>\n<p>Dann fahren wir weiter in Laurents Heimatdorf. Dort sitzen wir kurz in seiner H\u00fctte und treffen zun\u00e4chst zwei seiner leiblichen Br\u00fcder. Einer ist nach dem Tod des Vaters <a href=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Begruessung.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2967 alignleft\" src=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Begruessung-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Begruessung-300x201.jpg 300w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Begruessung-450x301.jpg 450w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Begruessung.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dorfchef geworden. Eine sehr eindr\u00fcckliche Erscheinung ohne eine wesentliche Regung. Sehr stolz, sehr ernst. Erl\u00e4sst keinen Zweifel daran, wer in der Familie bestimmt, auch wenn der j\u00fcngere Bruder Erzbischof ist. In der Familie von Laurent leben Muslime und Christen -wie \u00fcberall &#8211; miteinander. Dann bittet Laurent Peter und mich, mit ihm seinen seit 45 Jahren schwerst geistig behinderten leiblichen Bruder in seiner H\u00fctte zu besuchen und mit ihm dort bei dem Bruder zu beten. Als Kind war dieser Mann bis zu seinem 5. oder 7. Lebensjahr ganz gesund und blitzgescheit, wie Laurent berichtet. Die Ursache seiner Erkrankung ist v\u00f6llig unklar geblieben bis heute&#8230;Trotz aller \u00e4rztlichen Konsultationen. Wir lassen etwas Geld als Hilfe dort&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abschied von Gohomey, auf nach Niamey 6.00 Uhr morgens, Dienstag, 23.01.2018. Die Morgenfrische hier im Niger ist einfach wundersch\u00f6n um diese Jahreszeit. 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