{"id":3082,"date":"2018-02-01T18:00:24","date_gmt":"2018-02-01T17:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pro-humanitaet.de\/?p=3082"},"modified":"2020-08-03T10:06:13","modified_gmt":"2020-08-03T09:06:13","slug":"2018-tagebuch-6-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pro-humanitaet.de\/fr\/2018-tagebuch-6-teil-2\/","title":{"rendered":"2018 &#8211; Tagebuch 6 &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tagebuch Januar 2018 \/ 6 Teil 2<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Der Staat bezahlt die \u00fcber 20 Mitarbeiter seit 7 Monaten nicht mehr. Aufgrund der kostenlosen Behandlungen f\u00fcr die Menschen &#8211; immerhin eine gro\u00dfe Erleichterung &#8211; werden jedoch auch so gut wie keine Reparaturen durchgef\u00fchrt. Man zeigt uns die defekte Saugglocke, die nicht mehr benutzt werden kann und das nicht mehr funktionsf\u00e4hige Absaugger\u00e4t.<\/p>\n<p>F\u00fcr die unterern\u00e4hrten Kinder, die morgens zur Station kommen, gibt&#8217;s eine Diagnose &#8230; aber keine Nahrung, wenn die M\u00fctter sie nicht kaufen k\u00f6nnen. Das ersch\u00fcttert uns, macht uns w\u00fctend &#8230; Es war sauber dort, wo wir gemeinsam mit der Mission Catholique und Caritas Niger vor einigen Jahren versucht haben, alte Bausubstanz so gut wie m\u00f6glich zu reaktivieren und das kleine Geb\u00e4ude f\u00fcr wenige Betten zur Hospitalisation neu erstellt haben. Aber alles wirkt so mutlos, so leer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3099 alignleft\" src=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-1030x773.jpg 1030w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-1500x1125.jpg 1500w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-705x529.jpg 705w, https:\/\/pro-humanitaet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Nahrungsmittelhilfe-1-450x338.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Allerdings ist es wirklich so im Sahel, dass die Menschen den oft 10 Kilometer langen Fu\u00dfweg noch in der Nacht antreten, um fr\u00fchmorgens dort zu sein. Noch weit vor der Mittagshitze wollen sie wieder zur\u00fccklaufen. So ist es oft mittags schon leer in diesen Dispensaires. Dennoch wird auch die Kirche k\u00fcnftig solche Kooperationen nicht mehr machen. Aber Makalondi ist momentan die einzige Krankenstation im Umkreis von mehr als 50 Kilometern f\u00fcr mindestens 50.000 Menschen von Grenze nach Burkina Faso bis zur Prefecture-Stadt Torodi.<\/p>\n<p>Wir sehen eine sehr junge Mutter mit ihrem Baby dort in der Maternite, die vor wenigen Stunden entbunden hat. Gegen Abend geht sie heim, zu Fu\u00df. Wir kapieren, so w\u00fctend wir auch sind, dass wir die Saugglocke, das Absaugger\u00e4t ersetzen sollten. Um der Menschen willen. Denn der Staat wird es nicht tun, weil er angeblich alle Finanzressourcen in die Sicherheit stecken muss.<\/p>\n<p>Und die Menschen leiden und sterben unn\u00f6tig. Vor allem Frauen und Kinder.<\/p>\n<p>Ich muss noch weiter schreiben von diesen Eindr\u00fccken an diesem unglaublichen Tag: Um die Mittagessenszeit sahen wir unsere Buamtandi-Frauen wieder. Es waren noch viel, viel mehr Frauen geworden. Musliminnen, Christinnen, alle in ihren Festtagsgew\u00e4ndern. Wir sch\u00e4tzen, dass es jetzt ca. 500 Frauen waren! Sie bedankten sich, wollten H\u00e4nde sch\u00fctteln, tanzen. Eine unglaubliche Lebensfreude inmitten tiefster Armut. Unvergesslich dieses Bild unter dem gro\u00dfen Baobab-Baum!<\/p>\n<p>Auch unser Erzbischof Laurentius hat scheinbar an diesem Tag viele Erinnerungen. Er berichtet uns im Auto von seinem 9 Kilometer langen Schulweg von Kolbou nach Makalondi. Morgens hin, abends zur\u00fcck. Zwei Jahre lang. Bis seine Freunde aus Bamberg, die damals als Entwicklungshelfer in seiner Region waren, andere L\u00f6sungen f\u00fcr ihn fanden, weil sie ihn f\u00f6rdern wollten.<\/p>\n<p>Er tr\u00e4umte als Kind davon, einmal ein P\u00e4ckchen der kleinen Zuckerkl\u00fcmpchen und eine T\u00fcte Datteln ganz f\u00fcr sich allein haben zu d\u00fcrfen. Dann, so meinte er damals, h\u00e4tte er es geschafft und m\u00fcsste Gott sehr danken f\u00fcr sein Leben. Er muss selbst noch sehr lachen, als er uns das erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann fahren wir weiter nach Torodi, wo eine l\u00e4ndliche Grundschule dringend f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr zun\u00e4chst eine weitere Klasse ben\u00f6tigt. Bautechnisch besser w\u00e4re ein zweiter Geb\u00e4udeblock gegen\u00fcber dem ersten mit drei Klassen.<\/p>\n<p>Bischof Laurent besucht mit uns alle drei schon existierenden Klassen und checked ab, wie das Bildungsniveau der Kinder von der ersten bis dritten Klasse ist. Diese Grundschule k\u00f6nnte mit den Spendenmitteln von der Bischofsweihe, unserer APH-Beteiligung sowie einiger weiterer Baustein\u00adspenden realisiert werden. Die Kids, \u00fcberwiegend muslimische M\u00e4dchen und Jungen, die von Ordensschwestern und muslimischen Praktikantinnen ausgestattet werden, sind hellwach und ganz agil!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am sp\u00e4teren Nachmittag kommen wir &#8222;nach Hause&#8220; &#8211; so empfinden wir es alle und trinken erst einmal ein &#8222;Nobeltje&#8220; auf die gute R\u00fcckkehr. Froh und dankbar, dass alles ohne Zwischenf\u00e4lle funktioniert hat. Voll von unglaublichen Eindr\u00fccken, die mich auch jetzt beim Schreiben noch mit voller Kraft wieder einholen &#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagebuch Januar 2018 \/ 6 Teil 2 Der Staat bezahlt die \u00fcber 20 Mitarbeiter seit 7 Monaten nicht mehr. 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