Krisenintervention

Unterstützung in Not geratener Menschen

Neben der Projektarbeit in Benin und im Niger engagiert sich die APH seit einigen Jahren zunehmend auch im Bereich der Krisenintervention. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen und mit lokalen Partnern bringt die APH bei Krisen und Katastrophen ihre Erfahrungen ein und hilft den Menschen vor Ort in ihrer Not. So gab es bislang beispielsweise Einsätze im Bürgerkriegsland Syrien, im vom Zyklon Idai verheerten Mosambik oder im vom Erdbeben erschütterten Haiti. Im Zentrum der Krisenintervention steht dabei immer die medizinische Versorgung der Menschen.

Seit 2015 arbeiten wir mit MOAS (migrant offshore aid service) zusammen. Natürlich war es die Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer, wofür das Unternehmer-Ehepaar Regina und Christopher Catrambone privates Vermögen in ein 40 Meter-Seenot-Rettungsschiff investierte. Tausende von Flüchtlingen hat MOAS auf dem Mittelmeer gerettet bis die Seenotretter gezwungen wurden, ihre Aktivitäten für die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer einzustellen.

Auch im Jemen arbeitete APH gemeinsam mit MOAS, action medeor und  Wir helfen Kindern weltweit e.V. für hunderttausende Flüchtlinge in den dortigen Lagern. Bis heute müssen die Menschen katastrophale, menschenunwürdige Lebenssituation ertragen. Container mit Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln etc. wurden in den Jemen verschifft.

Immer wieder auch kommt es in Krisen- und Katastrophensituationen auf unserer Welt zu einer Zusammenarbeit mit unserer einstigen „Mutterorganisation“ CAP ANAMUR in Köln. Mit dem ärztlichen Kollegen Dr. Werner Strahl, Vorsitzender des Komitee CAP ANAMUR und Bernd Göcken, Geschäftsführer von CAP ANAMUR, verbindet uns das Lebenswerk und die Philosophie von Dr. Rupert Neudeck. So ist für uns immer wieder auch eine große Freude, gemeinsam in der Welt unterwegs zu sein mit den Experten von CAP ANAMUR, um Mitmenschlichkeit lebendig werden zu lassen. Zuletzt konnte anlässlich des Zyklons „IDAI“ in Mosambik mit Spenden vom Niederrhein – wieder in einer „Allianz der Hilfe“ mit den bekannten Partnern ein deutliches Hilfssignal in das verwüstete Mosambik zu den Menschen gesandt werden.

Gemeinsam mit dem Franziskaner-Oberen für einen Teil des Heiligen Landes (Syrien, Jordanien, Libanon), Pater Firas Lutfi, können wir seit 2016 auch immer wieder Hilfe für die Menschen in Syrien leisten. Dort sind es zwei Regionen im Wesentlichen, in denen wir über die franziskanischen Ordensbrüder, die in dieser Region trotz des seit Jahren andauernden Krieges aushalten, Unterstützung leisten können.

Aleppo

hier geht es um umfassende und professionelle Hilfe für kriegstraumatisierte Kinder. Dieses Projekt wurde in seinem Aufbau unterstützt von den kinderpsychologischen Experten der weltbekannten Kinderklinik „Bambini Jesu“ in Rom. Bezeichnend war in diesem Zusammenhang die Spenden-Intention von Weihbischof Rolf Lohmann aus Anlass seiner Bischofsweihe im Hohen Dom zu Münster im Juli 2017 zugunsten des von Pater Firas initiierten Kinder-Projektes in Aleppo. Es galt den am schwersten von der Kreigstraumatisierung betroffenen Kindern, die unter dem sog. „human-devasting-syndrome“ litten, dem menschlichen Zerstörungssyndrom.

Idlib

in dieser Region sind es zwei Konvente der Kustodie des Heiligen Landes: Knayeh und Yacoubieh. Die Franziskaner, mit Pater Luai Bsharat und Fr. Hanna Jallouf sind die beiden einzigen verbliebenden Ordensleute, die in der Region Idlib verbleiben sind. Sie haben nun seit Jahren mehr als 260 Familien und mehr als 1000 Personen mit Nahrung, Medikamenten und anderen überlebenswichtigen Materialien versorgt. Einige von ihnen leben mit im Konvent, viele sind Flüchtlinge. Beständig sind es 600 bis 700 Menschen, welche die Region, die Dörfer passieren, um zur türkischenGrenze zu gelangen. „Für die meisten von Ihnen sind ist die Hilfe, die unsere franziskanischen Brüder dort erhalten, die einzige Überlebenschance und Perspektive – seit Jahren!“, so schreibt es Pater Firas in seinem Brief an die Diözese in Münster und an APH. Seit einigen Jahren unterstützt auch das Bistum Münster Pater Firas und seine Mitbrüder in Syrien. 2016 war Pater Firas in Kevelaer zu Besuch, um über die Situation der Kinder in Syrien zu berichten. Ende diesen Jahres wird er voraussichtlich den Niederrhein und Münster im Rahmen der APH-Friedensaktionen gemeinsam mit seinem Freund, Pater Jaques Mourad, neuerlich besuchen. Die beiden franziskanischen Brüder sind derzeit isoliert, weil sie im Niemandsland leben, dennoch immer wieder Bomben-Attacken ausgesetzt sind. Die meisten Menschen in der weiten Region Idlib -man schätzte zeitweise, dass es ca. eine Million Menschen auf der Flucht waren und dort lebten- sind aller Dinge beraubt, die sie für den Minimalstandard des Überlebens benötigen. Aktuelle Meldungen im Sommer 2020 beschreiben noch ca. 300.000 Menschen dort. Für die kommenden Monate (August 2020 – Juli 2021) , vor allem eben für den bevorstehenden Herbst und Winter, planen die Franziskanerbrüder ausserdem eine Überlebenshilfe für 240 chrsitliche und muslimische Familien, die in den sogenannten Oront villages leben (Qaniah, Yacoubiah, Jadidah). sie alle leben dort im Norden Syriens unter djihadistischem Regime.

Gemeinsam mit den ärztlichen Kollegen Khalil Kermani Köln und Christoph Zenses Solingen versuchen wir auch für die Menschen im Flüchtlingscamp in Moria unterstützend am Ball zu bleiben. Hier ist es vor allem auch die medeizinische Versorgung, die unseren Schwerpunkt bildet. Gerade jetzt im August ist ein EKG-Gerät in der Krankenstation von Moria in Betrieb genommen worden gemeinsam mit dem Kollegen Christoph Zenses. Weitere Aktionen sind geplant.