Die FrauenFimNacht und das Projekt Buamtandi
Unternehmerinnen vom Niederrhein unterstützen Frauen im Niger
Wenn Frauen ‘was unternehmen…
Niederrhein. Es ist seit vielen Jahren ein starkes Zeichen der Solidarität, der Frauenpower vom Niederrhein, eine cineastische Wundertüte: die „FrauenFilmNacht“ des „unternehmerinnen forum niederrhein“, in diesem Jahr am 5. März, 19 – ca. 23.30 Uhr im Tichelpark Kleve. Und wieder stehen – natürlich – Frauen im Mittelpunkt: auf der Leinwand, als Unternehmerin, Gründerin, Managerin, als Netzwerkerin, die gemeinsam einen großartigen Abend genießen wollen – und dabei die Frauen nicht vergessen, denen das Leben Chancen auf eigene Selbstständigkeit, Unabhängigkeit, unternehmerische Karriere oder einem sozial fairen Leben nicht möglich macht. Die FrauenFilmNacht ist immer auch eine Benefizveranstaltung – und seit vielen Jahren unterstützt das inzwischen auf 120 Mitgliederinnen angewachsene Forum auch Frauen im westafrikanischen Niger, machen möglich, dass aktuell 2328 Frauen am Rande der Sahelzone auch „unternehmerisch“ aktiv sein können.
Betreut und begleitet wird das Projekt „Buamtandi“ im Niger von der Kevelaerer „Aktion pro Humanität“.
„Es ist eine so wichtige, so große Hilfe für Frauen im Niger“, so APH-Vorsitzende Dr. Elke Kleuren-Schryvers. „Ein Land durch nicht enden wollenden Terror schwer verwundet, über das kaum jemand spricht in der Welt, und doch gibt es hier auch Tausende und Abertausende menschlicher Schicksale, die von Tod, Gewalt, Trauma, Flucht, Hunger, Not geprägt sind.“ APH steht im engen, freundschaftlichen Kontakt mit Erzbischof Laurent Lompo, der mit seinem Team in den ländlichen Regionen Makalondi und Torodi nah bei den völlig verängstigten Menschen ist, versucht, das Überleben zu sichern und auch kleine Perspektiven zu ermöglichen.
„Buamtandi ist dafür ein wirkliches Vorzeigeprojekt, denn das Prinzip von der Hilfe zur Selbsthilfe, vom Selbstwertgefühl, von der Teilhabe der Menschen in aller Not wird hier in beeindruckender Weise beherzigt“, so Kleuren-Schryvers. „Inzwischen sind knapp 2400 Frauen in Form einer großen Frauengruppe mit unterschiedlichen Möglichkeiten zur Projektarbeit eingebunden. Sie haben Aufgaben, Sozialkontakte, verdienen etwas, um ihre Familien zu ernähren, ihre Kinder in die Schule zu schicken etc. “
Die Unternehmerinnen vom Niederrhein haben es möglich gemacht, dass die afrikanischen „Kolleginnen“ Webstühle anschaffen konnten, ein Hangar für eine kleine Weberei wurde geschaffen, ein Magazin eingerichtet.
Jetzt bitten die Frauen, die in den Bereichen Weberei, Stickerei und Näherei tätig sind, vor allem um Unterstützung zum Kauf von Materialien. Bunte Garne vor allem zum Weben der traditionellen Stoffe und für die aufwendigen Stickereien, welche die traditionellen Boubous der Männer sehr edel aussehen lassen. Ein Boubou ist eine Art weiter, luftiger Hosenanzug mit einem langen Überkleid, oft auch einer passenden Kopfbedeckung dazu.
Fertige Stoffe jedoch benötigen die Frauen auch zur Verarbeitung zu Alltagskleidung, die sie dann verkaufen können.
Und auch Nähmaschinen sind vorsichtig angefragt worden. Vor allem mechanische Nähmaschinen, da es in den ländlichen Sahelregionen natürlich nahezu keinen bzw. keinen verlässlichen Strom gibt. Eine manuelle Nähmaschine kostet in der Anschaffung 183 Euro, ein Webstuhl zum Fertigen der traditionellen Stoffe kostet ebenfalls 183 Euro, eine elektrische Nähmaschine 381 Euro.
Erzbischof Laurent Lompo, den viele Menschen am Niederrhein seit Jahren von seinen regelmäßigen Besuchen in Kevelaer kennen, sagt:
„Die Frauen suchen und benötigen Möglichkeiten, um ihre Familien, ihre Kinder vor allem, zu unterstützen – gerade in diesen Momenten größter Unsicherheiten. Denn sie können ihre Felder auf ihren kleinen Gehöften, von denen sie vertrieben wurden, nicht mehr bewirtschaften.“ Die eigene kleine Landwirtschaft hatte den Frauen und Familien zumindest etwas Nahrungsmittelsicherheit gegeben.
In der Projektgruppe Buamtandi, unterstützt vom „unternehmerinnen forum niederrhein“, finden die Frauen durch vielfältige Angebote zur Frauengruppenarbeit (Nähen, Weben, Kleinhandel, Viehzucht, Gemüsegärten, Konservieren von Lebensmitteln…) eine große Entlastung, weil sie wieder Hoffnung spüren, ihre Kinder ernähren, kleiden, medizinisch behandeln lassen können im Krankheitsfall.
Und sie können sie in die Schule schicken, so die noch in Funktion ist. Die Grundschule in Torodi, die APH errichtet hat, ständig erweitert und unterstützt, wächst und wächst selbst in dieser unruhigen und gewaltvollen Zeit – vor allem wegen der Kinder aus den geflüchteten Familien. Inzwischen haben u.a. 55 geflüchtete und 25 einheimische Frauen Arbeit in der Weberei gefunden, insgesamt 69 sind es in der Nähstube, 450 Frauen kümmern sich um den Gemüsegarten.
„Die Frauen, die geflüchtet sind, oft völlig decouragiert und traumatisiert von Terror und Gewalt, sind trotz allem sehr dynamisch, wollen unabhängig sein von Almosen und eigenständig ihr Leben gestalten können in ihren Familien“, so Kleuren-Schryvers. „Das, genau das lässt sie ihre Freude am Leben wiederfinden! Danke an alle Unternehmerinnen, danke allen Besucherinnen der FrauenFilmNacht. Ihr schafft etwas Wunderbares, mitmenschliches Encouragement, mitmenschliche Ermutigung zum Leben über Kontinente hinweg!“




